Suche nach Begriffen im Glossar (Reguläre Ausdrücke erlaubt)
Beginnt mit Enthält Genauer TrefferKlingt ähnlich wie ...
Alle A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Begriff Definition
ESG - Einscheibensicherheitsglas
ESG - Einscheibensicherheitsglas

ESG ist ein thermisch vorgespanntes Glas. Die Vorspannung wird durch eine Wärmebehandlung des Glases erreicht. Der Herstellungsprozess von ESG besteht im raschen und gleichmäßigen Erhitzen einer Glasscheibe auf über 600 °C und dem anschließenden zügigen Abkühlen (Abschrecken) durch Anblasen mit kalter Luft. Die spezifische Wärmeleitfähigkeit des Glases bewirkt, dass sich beim schnellen Abkühlen die äußeren Zonen der Scheibe rasch verfestigen. Durch das Abkühlen des Scheibenkerns zieht sich dieser zusammen. Dieser Vorgang wird durch die bereits verfestigten äußeren Zonen behindert. Dadurch entsteht die charakteristische Spannungsverteilung im Einscheiben-Sicherheitsglas. Das heißt, die äußeren Flächen zum Kern hin stehen unter Druckspannung, der eigentliche Kern des Glases gelangt mit zunehmender Abkühlung unter Zugspannung. Beide Spannungen müssen zueinander im Gleichgewicht stehen.

ESG verfügt über einen erhöhten Verletzungsschutz, denn im Falle der Zerstörung entsteht ein engmaschiges Netz von kleinen, meist stumpfkantigen Glaskrümeln und keine scharfkantigen Glassplitter.

Zusätzlich zu dieser Sicherheitseigenschaft zeichnet sich ESG durch weitere Vorzüge aus:

  • Erhöhte Biegezugfestigkeit 120 N/mm² gegenüber 45 N/mm² bei nicht vorgespanntem Floatglas
  • Erhöhte Stoß- und Schlagfestigkeit im Pendelschlagversuch nach EN 12.600
  • Erhöhte Temperaturwechsel-Beständigkeit über die Scheibenfläche (200 K statt 40 K bei normalem Floatglas)