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News

Fakten zur DIN 18008 - Teil 3 bis Teil 5

Im zweiten Teil der "Fakten zur DIN 18008" haben wir Ihnen die Eckpunkte der Normenteile 1 und 2 näher gebracht. In Diesem Teil betrachten wir die Normenteile 3 bis 5.

Viele Elemente der Teile 3 und 4 wurden aus den bestehenden Regelungen übernommen (TRPV, TRAV), für den Teil 5 wurden diese neu erstellt. Nachfolgend die wichtigsten Eckpunkte der neuen Normenteile 3 bis 5 der DIN 18008.

DIN 18008 Teil 3 - Punktförmig gelagerte Verglasungen

  • Punkthalter werden unterschieden in Tellerhalter, die durch Glasbohrungen geführt werden, und Klemmhalter, die ohne Bohrungen am Rand bzw. an den Ecken der Verglasung angeordnet werden
  • Glasscheiben müssen ausschließlich durch mechanische Halterungen formschlüssig gelagert sein
  • Kanten der Bohrungen im Glas sind in der Qualität „Geschliffene Kante" auszuführen
  • Die Punkthalter müssen bauaufsichtlich verwendbar sein
  • Tellerhalter müssen beidseitig einen Teller mit einem Durchmesser von mindestens 50 mm aufweisen
  • Bei Klemmhaltern muss die glasüberdeckende Klemmfläche mindestens 1000 mm² groß sein und der Glaseinstand mindestens 25 mm betragen
  • Horizontalverglasungen: Lagerung durch Tellerhalter und nur als Einfachverglasungen
    Nachweiserleichterung: Glasaufbauten mit nachgewiesener Resttragfähigkeit (Tabellen)
  • Vertikalverglasungen: mit Klemmhalter auch Mehrscheiben – Isolierglas möglich

DIN 18008 Teil 4 - Zusatzanforderungen an absturzsichernde Verglasungen

  • Kategorien von Verglasungen
    • Kategorie A - Einfachverglasungen aus VSG; mindestens eine Scheibe eines MIG aus VSG; Aufnahme von horizontalen Nutzlasten nach DIN EN 1991-1
    • Kategorie B - nur VSG
    • Kategorie C 1 - C 3 - Einfachverglasungen in VSG; allseitig linienförmig gelagerte Einfachverglasungen C 1 und C 2 auch in ESG; C 3 bei MIG wie Kategorie A
  • Glaskanten müssen geschützt sein, Ausnahme Verglasungen mit Tellerhalter
  • Nachweiserleichterungen für Konstruktionen, deren Stoßsicherheit durch Versuche erbracht ist (Tabellen)

DIN 18008 Teil 5 - Zusatzanforderungen an begehbare Verglasungen

  • ausschließlich für Verglasungen mit planmäßigem Personenverkehr bei üblicher Nutzung und einer lotrechten Nutzlast von höchstens 5 kN/m²
  • nur in Verbundsicherheitsglas (VSG) aus mindestens drei Scheiben
  • abhängig von den örtlichen Gegebenheiten müssen Verglasungen ausreichend rutschsicher sein
  • Die Tragfähigkeit und die Gebrauchstauglichkeit der begehbaren Verglasungen und deren Stützkonstruktionen sind für die Einwirkungen rechnerisch nachzuweisen
  • Stoßsicherheit und die Resttragfähigkeit sind in der Regel durch Bauteilversuche zu belegen
  • Nachweiserleichterung : Glasaufbauten mit nachge wiesener Stoßsicherheit und Resttragfähigkeit

Hinweis

Bauprodukte, somit auch Glas in entsprechender Anwendung, müssen die Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnungen (LBO) erfüllen, d.h. ausreichend sicher sein. Ist eine Beurteilung mit den dort beschriebenen Regelwerken nicht möglich ist ein Verwendbarkeitsnachweis notwendig. Ob eine Zustimmung im Einzelfall, ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung notwendig ist muss im Einzelfall entschieden werden.

Für die Bestimmung der statisch notwendigen Glasdicke ist wie bisher eine Statik-Software erforderlich.

Die neuen Normenteile lassen hinsichtlich der konstruktiven Randbedingungen mehr Spielräume. Vergleichsrechnungen zeigen, dass man nach TRLV und DIN 18008-2 ähnliche Ergebnisse erhalten kann. Insbesondere bei Glasaufbauten und Abmessungen, bei denen die Klimalast von Mehrscheiben - Isolierglas nicht bemessungsrelevant ist und bei vorgespannten Gläsern bietet die DIN 18008 Vorteile. Bei Isoliergläsern aus thermisch entspannten Glas mit kurzen Kantenlängen und den bekannten Risikofaktoren der Klimalasten,

  • größere SZR , asymmetrischen Glasaufbauten und Dreifach – Isolierglas und
  • deutliche Höhenunterschiede zwischen Herstellort – und Einbauort

kann der Nachweis oft nur noch über die Nachweiserleichterung erbracht werden (Vorsicht geboten). Gegebenenfalls werden häufiger vorgespannte Gläser verwendet werden müssen. Ursache sind verschiedene Modifikationsbeiwerte (kmod) für entspanntes Glas die jetzt berücksichtigt werden müssen.

Glasdicken werden von uns im Zuge der Auftragsbearbeitung in der Regel nicht berechnet. Auf Anforderung können wir wie bisher entsprechende Berechnungen nach den projektbezogenen Vorgaben als unverbindliche Konstruktions – Kalkulationsgrundlage erstellen.


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